02.09.09 Belorado nach San Juan de Ortega
Ausgangspunkt : Pamplona 449 m 2'138 Einwohner
Distanz : 25 Km bis Santiago noch 526 Km
Zeit : 6.30 Std.

Gestern wurde noch Laurenzo verabschiedet. Er kaufte fuer uns noch 2 flaschen Wein, damit wir mit ihm anstossen konnten. In der Heerberge ist es brauch, das Essen gemeinsam einzunehmen. Es gab Teigwaren, Pulet mit Kartoffeln und Flan. Kostenpunkt : Null EURO oder besser gesagt ein freiwilliger Beitrag. Danach wurde die naechste Flasche durch Laurenzo gekoepft und diese wurde mit 10 weiteren Personnen geteilt.
Danach ging es ins Bett, es war zwar erst 21.45 Uhr aber wir waren muede. Um 23.40 wurden wir geweckt durch einen Kinderstreich. Das Schlafzimmer wurde durch das offene Fester mit Wasserballone bombardiert. Da ich am naechsten am Fenster lag wurde mein Schlafsack und die Matrazze ganz nass. Die Matrazze konnte ich umdrehen den Schlafsack musste ich danach trockenreiben. Aber eben es hatten nicht alles dies mitbekommen und wie soll man einschalfen wenn ganze Baeume abgeholzt werden. Die Ohrenpropfen halfen auch nicht sehr. Bei Jaques versuchte ich es in zu wecken, er kehrte sich und das abholzen begann von vorne. Fehlschlag!!!
Am Morgen war Regen angesagt. Es war sehr neblig und feucht, mit der taschenlampe hatten wir Muehe den Weg zu erkennen. Ja die region hat in der Zwischenzeit auch gewechselt. Von den grossen Rebberge im Rioja-Gebiet ist nichts mehr uebrig in Castilla und Leon gibt es am Anfang nur Eicheln- und Pinienbaeume.
Heute ging es wieder auf 1200 m hinauf. Nach 5 Std. und 10 Min. hatte ich die 24 Km abgelaufen und war im riesigen Dorf San JUan de Ortega angekommen. Mit grossen Augen stellte ich fest, dass das ganze Dorf aus einem Kloster mir Kirche, einer Bar und einem Hotel mit Restaurant bestand. Es gibt keinen Laden und ueberhaupt nichts. Zum Mittagessen mussten wir improvisieren. Wir hatten kein Brot nur noch chorizo, Morzilla, Kaese und Pimientos. In der Bar kauften wir uns 2 Schinken Boetchen damit wir ein wenig Brot hatten und somit war unser Mittagessen bereit. Nein es fehlt ja noch etwas Wasser und vorallem Wein. Aber in der Bar gab es genung von diesen Getraenken.
Am Abend war um 18 Uhr Messe und danach wurden wir zu einer Knoblauchsuppe eingeladen, welche wir mit dem Parrer einnehmen konnten. Es waren sehr viele anwesend welche sonst nicht an der Messe teilnehmen. Wieso?.......... Zu alledem war die Messe sehr kurz 20 Minuten und die Pilgerer erhielten den Segen und die Suppe. Gemeinsam assen wir die Suppe und mussten danach unser Geschirr abspuehlen.
Nach dem Essen kam eine Japanerin daher. Hatachi bekam ganz glaenzende Augen. Er umarmte die Dame und er konnte fast nicht mehr aufhoeren zu reden. Sehr wahrscheinlich waren 2 Wochen ohne fast ein Wort sprechen zu koennen zu viel fuer ihn. Es stellte sich heraus, das Sie im gleichen Strassenviertel wohnen in Tokyo.
Da es nichts anderes gab wollte ich um 21 Uhr ins Bett gehen und war gerade beim Zaehneputzen als ich aus dem Fenster schaute. Ich sah ein wunderschoenes Abendrot und ging samt Zahnbuerste nach unten im dieses wunderschoene Bild zu fotografieren.
Kaum ging ich neben der Bar durch, wurde ich von Armando gerufen welcher gerade mit Hatachi, Alfredo und der Koreanierin Su am besprechen war was er alles erlebt hatte. Er lud mich zu einem Orujo ein und somit stiessen wir gemeinsam noch einen "Gampi" aus.