09.09.09 Sahaghun nach Reliegos
Ausgangspunkt : Reliegos 820 m 298 Einwohner
Distanz : 31 Km bis Santiago noch 327 Km
Zeit : 7 Std.

Nachdem ich einige Einkaeufe gemacht hatte, da ich in der Zwischenzeit auch einige verloren habe: Stand der verlorenen Dinge
1 Badetuch
1 Paar Wandersocken
1 einzelner Socken
1 Unterhose
1 Taschenmesser
1 Taschenlampe
1 Duschmittel (ganz neu, eben gekauft)
Aus diesem Grund ist der Rucksack auch einiges leichter geworden oder ich merke es nicht mehr.
Als ich wieder in der Herberger war fragte mich Unis ob Sie fuer uns 4 ein Koreanisches Essen zubereiten darf. Nachdem ich die anderen 3 Fragte bejahten wir die Frage und fragten sie was wir mitbringen sollen. Nur den Wein, somit organisierten wir dies und es gab eine Suppe mit Fisch geschmack, Kartoffeln, Seealgen und eigen gemachte Teigwaren. Diese Suppe schmeckte verzueglich. Dabei war auch eine amerikanierin aus Kalifornien. Sie war ein begeisterter Obama Fans aber ueber das Thema Scharzenegger will ich nicht in diesem Block darueber schreiben, sonst werde ich noch verfolgt wegen ......... Nachdem wir als Maenner es endlich geschafft hatten den Abwasch selbststaendig selbst zu machen (Unis wollte uns einfach nicht dies erlauben, weil in Korea dies nicht Maennersache ist) Aber wir Machos konnten Sie ueberlisten und den Abwasch machen. Ist doch Ehrensache.
Gestern gingen wir danach noch auf den Hauptplatz eine Glace essen. Da war noch sehr viel los, die Kinder spielden und die Leute sprachen wild und laut miteinander. Es war so eine richtige suedlaendische Stimmung und auch die Temparatur war so richtig angenehme 30 Grad kurz vor 22 Uhr.
Ja heute war ja eine lange Etappe unser Ziel. Irgend wie waren wir aber alle muede und irgend ein Koerpeteil tat weh. Dies versprach ja sehr viel fuer die heutige Etappe.
Der Anfang war sehr schwerfaellig, und wir konnten nicht immer die richtigen Pfeile finden und verliefen uns. Aber dies war nicht so schlimm, denn bald hatten wir wieder den richtigen Weg. Ich habe nun eine Helmlampe, mit dieser sehe ich nun die Strasse auch viel besser und es laeuft sich auch viel besser damit.
Es war aber sehr lange und wie ueblich monoton. Keine Abwechslung immer die gleichen Kornfelder in diesen 30 Km sind wir nur an 2 Doerfer vorbei gekommen wo wir etwas kaufen konnten und auch unser Fruehstueck endlich nach 3 Stunden einnehmen konnten. Dies ist halt nicht immer moeglich in Spanien so frueh ein Fruehstueck einzunehmen.
Danach folgt wie in den letzten Tagen immer wieder das gleiche, Staub, gelbe Kornfelder und das gleiche Schauspiel. Die grosse Hoffnung, ja jetzt kommt das Dorf bei der naechsten Anhoehe, da muss es kommen. Fehlschlag und es ist wieder nichts, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt angelangt. Da wie bei einer Fata Morgana erscheint aus dem nichts ein Dorf und es ist so Nah, dass man es Anfassen kann. Es ist kaum zu glauben und das 1. Haus, Sorry die 1. Bruchbude mit Welldach ist eine Kneipe. Man sieht es ganz deutlich, draussen hat es schoene rote Tische und Stuehle und sogar Sonnenschirme. Dies alles ist sehr grotesk, Haus am auseinander fallen und ganz neue Aussengarnitur.
Igouchi und ich stuerzen uns in die BAR un bestellen uns 2 Bier. Kaum habe ich meine Lippen nass gemacht bestellt sich Igouchi welcher den Saft auf einmal hinunder gestuerzt hat ein zweites Bier (Hans laesst gruessen, Du kannst gerne dich mit ihm messen.....). Danach warten wir einige Zeit auf unsere franzoesischen Freunde um Ihnen auch ein Bier zu spendieren.
Im Dorf sieht es wie immer in einem solchen kleinen Dorf aus. Bar, Herberge, Kirche und sonst nichts, ueberhaupt nichts. Diese Doerfer koennen nur Ueberleben weil der Camino hindurch fuehrt, sonst waeren diese Doerfer schon laengst ausgestorben. Es gibt naemlich nichts anderes zu sehen ode auch zu kaufen.
Heute Abend werden wir wieder das Pilgermenue zu uns nehmen und frueh zu Bett gehen damit wir morgen wirklich wieder auf dem Damm sind.